Sebastian Weigle • Dirigent

Der 1961 in Berlin geborene Sebastian Weigle ist seit der Spielzeit 2008/09 Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt und künstlerischer Leiter des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Hier dirigierte er seither die gefeierten Premieren von Reimanns Lear, Strauss' Arabella und Daphne, Korngolds Die tote Stadt, Wagners Das Rheingold, Die Walküre und Die Feen, Strauß' Die Fledermaus, außerdem die Wiederaufnahmen von Parsifal, Tristan und Isolde, Die Frau ohne Schatten und Fidelio sowie zahlreiche Museumskonzerte in der Alten Oper Frankfurt.
Zuvor hatte er die gleiche Position von 2004 bis 2009 auch am Gran Teatre del Liceu in Barcelona inne, wo er u.a. die Neuproduktionen von Strauss' Elektra, Brittens Death in Venice und Bergs Wozzeck, die Premieren von Mussorgskis Boris Godunow und Wagners Parsifal sowie diverse Konzerte dirigiert hat.
Schon in jungen Jahren erhielt Weigle ersten Musikunterricht von seinem Vater, setzte seine musikalische Ausbildung auch während der Schulzeit fort und begann 1977 an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" in Berlin gleichzeitig die Fächer Horn, Klavier und Dirigieren zu studieren.
Danach wurde er 1982 zum 1. Solohornisten der Staatskapelle Berlin ernannt.
1987 gründete er den Kammerchor Berlin, war künstlerischer Leiter des Neuen Berliner Kammerorchesters und wurde 1993 Chefdirigent der jungen Philharmonie Brandenburg (Landesjugendsinfonieorchester).
Als Erster Staatskapellmeister an der Berliner Staatsoper von 1997 bis 2002 erarbeitete er sich ein weit gefächertes Repertoire, und kehrte später regelmäßig als Gastdirigent an dieses Haus zurück.
2006 gab er mit Fidelio sein erfolgreiches Debüt an der Staatsoper Wien, und im Sommer 2007 folgte sein Debüt bei den Bayreuther Festspielen, wo er die Neuproduktion der Meistersinger von Nürnberg übernahm und sie seither alljährlich dirigiert.
Darüber hinaus feierte er Erfolge u.a. an der Deutschen Oper Berlin, der Semperoper Dresden, am Nationaltheater Mannheim, an der Volksoper Wien, der Metropolitan Opera New York und an den Opernhäusern von Cincinnati und Sydney sowie in Granada und Japan.
Zudem erhält Sebastian Weigle regelmäßig Einladungen von renommierten Orchestern, darunter das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, das Münchner Rundfunkorchester, die Bamberger Symphoniker, die Staatskapellen Berlin und Dresden, das Berliner Konzerthausorchester, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und die Hamburger Symphoniker. Im Ausland musizierte er mit dem Radio Symphonieorchester Wien, dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, dem Aalborg Symphony Orchestra, dem Bergen Philharmonic Orchestra, dem Helsingborg Symphony Orchestra, dem Swedish Chamber Orchestra, dem Trondheim Symphony Orchestra, dem Jerusalem Symphony Orchestra, dem Chicago Grand Park Festival Orchestra, dem Melbourne Symphony Orchestra sowie dem NHK Symphony Orchestra Tokyo und dem Tokyo Philharmonic Orchestra.
Zahlreiche CD-Einspielungen des Künstlers mit Werken u.a. von Beethoven, Mozart und Rott liegen vor. Zudem erarbeitet er regelmäßig CD-Produktionen mit bekannten Persönlichkeiten wie Anna Netrebko, René Pape, Miah Persson, Thomas Quasthoff oder Martin Stadtfeld. Unter seiner musikalischen Leitung erscheint bis 2012 die Frankfurter "Ring"-Produktion (Regie: Vera Nemirova) bei Oehms-Classic auf CD.
Sein Hausdebüt an der Oper Frankfurt gab er in der Spielzeit 2002/03 mit der Wiederaufnahme von Strauss' Salome, gefolgt von einer Neuproduktion der Frau ohne Schatten. Für diesen außergewöhnlichen Erfolg wurde er 2003 von den Kritikern des Fachmagazins "Opernwelt" zum "Dirigenten des Jahres" gekürt und kehrte für die Wiederaufnahme des Werkes im Januar 2005 nach Frankfurt zurück. Danach übernahm er hier in der Spielzeit 2005/06 die musikalische Leitung von Tschaikowskis Pique Dame.
Die Ehrung zum "Dirigenten des Jahres" wurde ihm auch schon dreimal in Barcelona zuteil: 2005 für sein Dirigat des Parsifal, 2006 für Korngolds Die tote Stadt (auch "beste Produktion des Jahres") und im Jahr 2010 für sein Dirigat von Tristan und Isolde.
Zukünftige Pläne neben seinen umfangreichen Verpflichtungen in Frankfurt führen ihn u.a. nach Berlin, Dresden, Hamburg, Stuttgart, Wien, Barcelona und Japan.

Juni 2011

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